Raunächte (Freinächte od. Schwarze Nächte)
Es handelt sich dabei um verschiedene Überlieferungen sogenannter heiliger Orakelnächte. Ihre Zahl ist je nach Region unterschiedlich und kann von drei Raunächten im Jahr bis hin zu jeder Samstagnacht sein.
Die Abende der einzelnen Raunächte sind stets auch mit Hausräucherungen verbunden.
Als Räuchermittel dienen ganz unterschiedliche Pflanzen oder deren Teile:
Harz von Nadelbäumen
Weihrauch
Kräuter, die am 15. August (Kräuterweihetag) gesegnet wurden,
Getreidekörner
In verschiedenen Gegenden werden die Raunächte noch besonders beachtet und gefeiert.
Die Datierung ist nicht ganz einheitlich. So beginnen sie in Niederösterreich bereits vor Weihnachten und in anderen Gegenden nach Weihnachten.
Die Weihnachts-Raunächte:
Nach einer alten Überlieferung beginnt die Beachtung der Raunächte am 21. Dezember (Wintersonnenwende) und dauern bis am 1. Januar.

Eine andere Überlieferungen:
Die traditionelle Überlieferung beginnt mit den 12 heiligen Nächte am 24. Dezember.
Die letzte Raunacht ist in diesem Ritus vom 5. Januar auf den 6. Januar.
Jede dieser Nacht und der folgende Tag gelten als Orakel für den entsprechenden Monat im kommenden Jahr:
- die erste Raunacht = Januar
- die zweite Raunacht = Februar
- die dritte Raunacht = März u.s.w.
Am Abend wird eine weisse Kerze angezündet, die man ganz abbrennen lässt. Ihr Flammenbild und Flackern wird beachtet und interpretiert.
Das Nachtgeschehen (Träume) wird beachtet und ebenso das Tagesgeschehen. Ihre Ereignisse lassen für den jeweiligen Monat zukunftsweisende Inhalte erkennen.
Wer mag wirf auch das Orakel-Los (Runen, I-Ging oder ein anderes, mit dem Du eine herzliche Verbundenheit - eine Beziehung - pflegst).
Ich werfe jeweils am Abend (für die monatlichen Nachgeschehen) und am Morgen (für das tägliche Monatsgeschehen) das Orakel-Los. Dabei ziehe ich drei Hinweise (Körper - Seele - Geist).
Ich beobachte und schreibe mir die wichtigsten Wahrnehmungen auf.
An dieser Überlieferung orientiere ich mich selber.
Die Räucherungen können sehr verschieden gestaltet sein:
Es kann jeden Abend geräuchert werden oder nur an ganz bestimmten Tagen oder Abenden.
Die Hinweise:
Wir können zum Beispiel das Wettergeschehen (stets Regional) beobachten und für den jeweiligen, kommenden Monat des Neuen Jahres interpretieren.
In dieser Weise kann jeder für sich die persönlichen Lose und deren Interpretationen werfen, lesen und beobachten.

Helmut Wittmann - Märchenerzähler
hat mich liebenswerter Weise auf weitere Raunacht-Überlieferungen Aufmerksam gemacht.
So schreibt Helmut mir:
"Hier in Österreich sind mir ein paar Zählweisen bekannt. Entscheidend sind allerdings die 1. Rauhnacht - die Thomasnacht (21. Dezember) - und die letzte von 5. auf 6. Jänner, die Perchtnacht. Dazu gibt es auch etliche Sagen.
Wie auch Du schreibst sagen die Einen, dass die Rauhnächte für die 12 Monate des kommenden Jahres stehen.
Für mich ergibt das auch viel Sinn.
Sehr bekannt ist allerdings auch der Spruch:
Der Rauhnächt san vier,
zwoa foast und zwoa dürr.
Also:
Der Rauhnächte gibt es vier,
zwei fett und zwei dürr.
Die »foasten« - also besonders gewichtigen - Rauhnächte sind eben die Thomasnacht und die Perchtnacht.
Dank und Segen!
Aktualisiert (Montag, den 27. Dezember 2010 um 12:23 Uhr)






















